Lernen wir aus der Corona-Krise?

Lernen wir aus der Corona-Krise?

Mrz 27, 2020 | Vegan Basics

Da ich (wie ihr alle hoffentlich auch) im Moment viel zu Hause bin, hatte in den letzten Tagen etwa Zeit, mich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Und ich muss da jetzt mal was loswerden.

Nach allem, was wir bisher wissen, ist das Coronavirus tierischen Ursprungs und stammt vermutlich von der Fledermaus. Man geht momentan davon aus, dass sich die ersten Menschen auf einem Tiermarkt in Wuhan angesteckt haben. Ob es letztendlich vom direkten Verzehr einer Fledermaus oder indirekt über ein anderes Säugetier auf den Menschen überging, ist noch unklar.
Fest steht: Das Coronavirus ist nicht das einzige tierischen Ursprungs. Schauen wir uns doch mal ein paar Krankheiten der letzten Jahrzehnte an.

Spanische Grippe:

So nennen wir die Pandemie von 1918, die in relativ kurzer Zeit mehr Menschenleben gekostet hat, als jede andere Krankheit. Den neuesten Berechnungen zufolge fielen ihr in weniger als einem halben Jahr 50 Millionen Menschen zum Opfer. Auf dem Höhepunkt der Spanischen Grippe starben bis zu 20 000 Menschen innerhalb einer Woche. Die Quelle für die Pandemie war vermutlich die Vogelgrippe (Quelle: Tiere essen, Jonathan Safran Foer). Andere Quellen sprechen davon, dass das Virus in Schweinen mutiert sein könnte. Fest steht jedenfalls, dass es ein Virus war, das zwischen einem sogenannten „Nutztier“ und dem Menschen ausgetauscht wurde.  

Mehr Infos dazu findet ihr hier.

Schweinegrippe: 

Sie begann 2009 in Mexiko und wurde nur Monate später von der Weltgesundheitsorganisation zur Pandemie erklärt. Liest man sich den Verlauf durch, erkennt man schnell Parallelen zur jetzigen Pandemie. Schweine können sich mit Grippeviren von Vögeln, Menschen und Schweinen anstecken. In ihnen können Viren quasi Erbmaterial austauschen, wodurch wiederum ein neuer Virenstamm entstehen kann. Im Fall der Schweinegrippe also ein Virus, das vom Schwein auf den Menschen und auch von Mensch zu Mensch übertragbar ist. 

Mehr Infos dazu findet ihr hier.

BSE: 

Auch bekannt unter Rinderwahn, trat das erste Mal in der 80er Jahren in England auf. Vermutet wird, dass sich die Rinder über das Verfüttern von Tiermehl angesteckt haben – wohl gemerkt, Kühe sind Pflanzenfresser. Tiermehl, das vermutlich aus Kadavern und Abfallprodukten bei der Schlachtung von Schafen entstand. Man nimmt an, dass für das Tiermehl kranke Schafe bei zu geringer Temperatur „verarbeitet“ wurden. In ursächlichem Zusammenhang mit der BSE-Epidemie steht die Krankheit Creutzfeldt Jakob (vCJK), da hier von einer Infektion über die Nahrung ausgegangen wird. Laut dem Robert-Koch-Institut „kommen Rindfleisch und bestimmte Folgeprodukte generell als Infektionsquelle für BSE/vCJK in Betracht“. Die Krankheit tritt als schnell fortschreitende Demenz in Erscheinung. Meist gefolgt von motorischen Störungen (z. B. Muskelzuckungen), Koordinations- und Gleichgewichtsstörungen. Die Ablagerung sogenannter Prionen (Eiweißbruchstücke) führt zu einer schwammartigen Zerstörung des Hirngewebes.

Mehr Infos dazu findet ihr hier.

HIV:

HIV trat in der 80er Jahren das erste Mal auf und fordert bis heute mehr als 20 Millionen Menschenleben. Die Geschichte des HI-Virus ist ziemlich kompliziert. Ziemlich sicher ist aber, dass das Virus durch das Schlachten und Verzehren von kontaminierten Schimpansen auf den Menschen übersprang.

Mehr Infos dazu findet ihr hier.

Das sind längst nicht alle Pandemien/Epidemien. Alle zu nennen, würde hier den Rahmen sprengen. Allein im 20. Jahrhundert gab es zahlreiche davon: die Hong-Kong-Grippe (1968), die Russische Grippe (Anfang der 70er Jahre), das Asia-Virus von 1957 – um nur einige wenige zu nennen. Sie alle kosteten zahlreiche Menschen das Leben. 

Nicht zu vergessen:

Multiresistente Keime: 

Weil wir Menschen so große Lust auf viel Fleisch und Milch haben, sperren wir auf der ganzen Welt hunderte, meist tausende Tiere unter erbärmlichen Bedingungen auf engstem Raum ein. Die Tieren sehen in ihrem Leben niemals Tageslicht, sind niemals an der frischen Luft. Sie können sich kaum bewegen und nicht selten stehen sie in ihren eigenen Exkrementen. Natürlich werden sie irgendwann krank. Um das zu verhindern, werden sie mit Antibiotika vollgepumpt. Antibiotika, das eigentlich für den Menschen gedacht ist. Das Problem ist, dass sich Bakterien nach und nach anpassen können. So lange, bis eigentlich unproblematische Krankheiten nicht mehr geheilt werden können. Bekommen wir das nicht in den Griff, rechnet man bis 2050 mit weltweit 10 Millionen Todesfällen – pro Jahr. Antibiotika, das (zurecht genannte) Wunder der modernen Medizin, würde aufhören zu wirken. Unser Gesundheitssystem wäre dann wieder auf dem Stand des frühen 20. Jahrhunderts. Laut FDA (Food and Drogs Administration) werden in den USA 80 % (!) aller verkauften Antibiotika in Tierfabriken eingesetzt. Auch in Europa konsumieren Tiere mehr Antibiotika als Menschen. Wir halten die Tiere durch Antibiotika am Leben, um sie zu mästen. Und um sie dann zu töten und zu essen. Der Konsum tierischer Produkte wiederum ist unter anderem verantwortlich für Zivilisationskrankheiten, wie Herz-Kreislauferkrankungen oder Diabetes. Ist das logisch? Macht das Sinn? Nein, das ist absurd. Der Konsum tierischer Produkte stellt eine der größten Bedrohungen für uns und unseren Planeten dar. Das alles ist übrigens kein Voodoo. Selbst die WHO bezeichnet dies als die größte Bedrohung für die globale Gesundheit.

Mehr Infos dazu findet ihr hier.

Meine persönliche Meinung:

 

Ich frage mich allen Ernstes, wann wir endlich aufwachen. Was muss noch passieren? Es ist doch mehr als offensichtlich, dass unser Umgang mit Tieren, die industrielle Nutztierhaltung, Tiertransporte und der Verzehr tierischer Produkte bei der Entstehung von Grippeviren und anderen Krankheitserregern eine eindeutige Rolle spielen. Und ja, auch das viel zitierte „Bio-Fleisch“ vom „Metzger nebenan“ zählt dazu. Der bezieht sein Fleisch nämlich aus denselben Schlachtbetrieben.
Wie lange wollen wir das Spiel noch spielen. Wie lange wollen wir uns noch von Pandemie zu Pandemie hangeln? Albert Einstein sagte mal: Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten. Recht hat er.
Ist nicht spätestens jetzt der Zeitpunkt gekommen, an dem wir ernsthaft über unseren Konsum nachdenken sollten? Wenn nicht für die Tiere, wenn nicht für die Umwelt – dann vielleicht für uns selbst? Menschen brauchen keine tierischen Produkte, um gesund sein zu können. Im Gegenteil. Wir konsumieren tierische Produkte, weil sie uns schmecken, weil wir das „schon immer so gemacht haben“. Ist das unter den oben genannten Fakten wirklich noch vertretbar? Wollen wir uns weiterhin daran festhalten, dass das Fleisch toter Tiere so gut schmeckt? Dass wir uns unser Schnitzel nicht „verbieten“ lassen wollen? Auch wenn das heißt, dass wir mit Atemschutzmaske, Schutzhandschuhen und mit einem Mindestabstand von 1,5 Metern zu unseren Mitmenschen einkaufen gehen müssen?
Ist es wirklich das, was wir wollen? Oder könnten wir uns nicht einfach ein Stück weit aus unserer Komfortzone herausbewegen, offen sein für Neues und die Vielfalt der veganen Welt kennenlernen? Ich kann euch versichern – es ist eine bunte, vielfältige Welt. Könnten wir nicht einfach die Tiere so leben lassen, wie sie es verdient haben? Und damit gleichzeitig uns selbst und unseren Mitmenschen etwas Gutes tun? Was ist es, das uns davon abhält? Setzt euch einfach mal mit dem Thema auseinander und ihr werdet schnell merken, wie verheerend der Konsum tierischer Produkte für uns ist. 
Jetzt im Moment spüren wir vermutlich alle eine gewisse Unsicherheit, Angst, vielleicht sogar Panik. Lasst uns das nutzen. Jetzt ist die perfekte Zeit, etwas zu ändern.
Und: Es war nie so einfach wie jetzt, auf tierische Produkte zu verzichten. 

Motiv: Johns Hopkins University

Wie seht ihr das? Schreibt mir gerne!

4 Kommentare

  1. Claudia

    Liebe Tanja,

    vielen Dank für deine sachliche und ausführliche Darstellung und die nachhaltigen Informationen. Genau diese Fakten versuche ich ständig und unaufhörlich meiner Familie und meinen Freunden zu vermitteln.
    Aber so richtig kommt es in den Köpfen nicht an! Aktuell wird in den Medien von keinen der Zusammenhängen von Corona und Zoonosen berichtet.
    Bloß nicht die Bevölkerung aufklären, um den Lobbyisten der Fleisch- und Milchindustrie nicht zu schaden.

    Herzliche Grüße aus Hamburg

    Claudia

    Antworten
    • Tanja Hauser

      Hallo liebe Claudia,
      ich danke dir! Ich seh das genauso wie du. Ich versteh nicht, dass nur so wenige Menschen über dieses wichtige Thema sprechen. Die Leute rennen los und kaufen sich panisch Klopapier und Nudeln – und gleichzeitig Fleisch und Milchprodukte. Wie kann das sein? Verstehen sie den Zusammenhang wirklich nicht oder wollen sie es nicht verstehen? Umso wichtiger, dass wir versuchen, die Menschen so gut es geht darüber aufzuklären. Schön, wenn man sieht, dass man damit nicht allein ist 🙂 Danke!!
      Viele liebe Grüße aus Stuttgart!

      Antworten
  2. Kristina Merfels

    Hallo Tanja,

    Dein Artikel spricht mir aus der Seele. Aber viele, die meisten, Menschen wollen es nicht sehen, ist es egal, schmeckt es so gut usw… Von Corona abgesehen, ist es ein bestialisches Verhalten, dass mich in vielen Dingen an die Zeit der KZ erinnert. Aber das darf man nicht sagen.
    Auch der Naturschutz und der Zusammenhang der industriellen Tierhaltung scheint nicht deutlich genug zu sein. Von der Grausamkeit ganz abgesehen…

    Corona scheint nur ein Gutes zu haben, an vielen Orten kommt die Natur zur Ruhe.

    Was muss noch passieren?

    Liebe Grüße
    Kristina

    Antworten
    • Tanja Hauser

      Hallo liebe Kristina, ich danke dir! Freut mich sehr 🙂 Ich hoffe ja nach wie vor, dass durch diese Krise mehr Menschen zum Nachdenken angeregt werden und sich vielleicht auch bewusst drüber werden, welche große Rolle unser Konsum spielt.

      Antworten

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