Sind Zoos Tierquälerei?

Sind Zoos Tierquälerei?

Jul 25, 2021 | Vegan Basics

Auf den ersten Blick müsste man als Tierfreund Zoos ja eigentlich lieben. Umgeben von vielen tollen Geschöpfen, die lustige Dinge tun und allein mit ihrer Präsenz bereichern. Auf den zweiten Blick folgt dann aber die Ernüchterung. Denn die meisten dieser Tiere gehören einfach nicht hierher. Tiere, die eigentlich mit 120 km/h durch die Gegend rasen, Tiere, die eigentlich von Baum zu Baum hüpfen, Tiere, die eigentlich auf Eisschollen zu Hause sind – sie alle wirken wie Fremdkörper hier. Denn hier leben sie eingepfercht in kleinen – mit viel Glück in etwas größeren – Käfigen.
Zoos rühmen sich aber gerne damit, Bildungsstätte zu sein und Artenschutz zu betreiben. Aber ist das auch wirklich der Fall?

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Zoos betreiben Artenschutz.

Immer wieder geben Zoos an, zum Artenschutz beizutragen. Genau genommen bedeutet das allerdings, die Tiere in ihrer natürlichen Umgebung, in ihrem individuellen Lebensraum zu schützen. Um wirklichen Artenschutz zu betreiben, sollten die Tiere dann auch ausgewildert und in diese natürliche Umgebung gebracht werden. Gezüchtete Tiere, die in Gefangenschaft geboren wurden, können aber in der Regel nicht mehr ausgewildert werden. Ihnen fehlen hierzu schlichtweg die Insinkte, die sie in freier Wildbahn dringend benötigen würden. Nicht selten kommt es bei den Zuchtprogrammen auch zu Inzucht – und damit zu genetischen Defekten, wodurch die Tiere ebenfalls nicht in die Freiheit „entlassen“ werden können und häufig eingeschläfert werden müssen.
Viele Tiere vermehren sich aufgrund der widernatürlichen Umstände in Zoos nicht, weshalb „neue“ wilde Tiere herangeschafft werden müssen. So trugen große Fangexpeditionen, bei denen Millionen Tiere ihrem Lebensraum entrissen wurden, ihren Teil zum Artensterben bei. Ganz ohne diese Wildfänge kommen Zoos auch heute nicht aus. 1976 ist Deutschland zwar dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES beigetreten, welches reglementiert, welche Arten der Wildnis entnommen werden dürfen. Rein ethisch ist auch sicherlich das zu hinterfragen. Denn Tiere werden dafür ihren Familien entrissen. Das ist für jedes Tier traumatisierend. Egal, ob es unter Artenschutz steht oder nicht. Und, mal „ganz nebenbei“ bemerkt: Die allermeisten Tiere in Zoos sind überhaupt nicht vom Aussterben bedroht …

 

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Zoos sind Bildungsstätten.

In Zoos lernen Kinder Tiere richtig kennen – heißt es immer wieder. Tatsächlich ist das aber nur bedingt der Fall. Zwar können sich Kinder diese Tiere ansehen, wirklich etwas lernen können sie dabei aber nicht. Denn Löwen, Eisbären, Affen und Co. legen in der freien Natur meist ein komplett anderes Verhalten an den Tag. Wenn Großkatzen in ihrem Käfig stundenlang nervös auf und ab gehen, wenn Vögel wie Geier, Uhu oder Seeadler gelangweilt in ihren Käfigen sitzen oder Affen dir genervt den Rücken zudrehen und sich hin- und herschaukeln, ist es nicht das Verhalten, das Kinder sehen würden, wenn sie die Tiere in ihrer natürlichen Umgebung beobachten würden. Dokumentarfilme geben hier ein deutlich realistischeres Bild ab. Hier können wir wirklich lernen, wie sich diese Tiere eigentlich verhalten. Auch Ausflüge in die Natur oder ein Besuch auf einem Lebenshof sind wesentlich besser geeignet, Tiere wirklich kennenzulernen. Häufig wird auch das Argument angebracht, Kinder (und auch Erwachsene) hätten nach einem Zoobesuch eher das Bedürfnis, aktiv zu werden und freilebende Artgenossen zu schützen. Das wage ich allerdings zu bezweifeln. Dann gäbe es nämlich wesentlich mehr aktive Menschen. Zudem zerstören wir mit unserem Konsum ja auch tagtäglich bewusst den Lebensraum dieser Tiere. Dann sollten vielleicht auch als erstes mal Würstchen und Co. von der Speisekarte in Zoos verschwinden. Nur so ’ne Idee.

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Den Tieren in Zoos geht's doch supi.

Leider nein. Zoos können den hohen Ansprüchen von Wildtieren schlichtweg nicht gerecht werden. Egal, wie gut ausgebaut ein Zoo ist – ein Eisbär, der auch noch mit Temperaturen von -50 °C gut zurecht kommt, gehört einfach nicht ins warme Europa. Affen, die auf hohen Bäumen zu Hause sind, gehören nicht in Glas- und Betonkästen. Vögel in kleinen Käfigen? Geht einfach gar nicht. Spätestens nach drei Lockdowns müssten wir doch eigentlich ein bisschen dazugelernt haben. Dabei waren wir ja nicht mal eingesperrt im eigentlichen Sinne. Die Tiere aber schon. Jede Stunde, jeden Tag, ihr ganzes Leben lang. Langeweile kann Tiere genauso krank machen wie den Menschen. Genauso wie der dauerhafte Stress, dem Zootiere ausgesetzt sind. Menschenansammlungen, schreiende Kinder, Menschen, die an Glaswände klopfen – man muss sich einfach mal gedanklich in eine solche Situation begeben. Wie kommen wir auf die absurde Idee, den Tieren könnte es damit gutgehen?

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Zoos für die Forschung.

Ein großer Teil unseres bisherigen Wissens über Tiere basiert auf Erkenntnissen aus Zoos? Schön und gut. Aber rein ethisch betrachtet ist das katastrophal. Damit wir unsere Neugier auf diese tollen Tiere stillen können, müssen diese ihr Leben lang in Käfige gesperrt werden. Für mich also nicht wirklich ein zufriedenstellendes Argument. 

Ihr wollt mehr erfahren?

Dann kann ich euch den Podcast KurzVorZwölf von Robert Marc Lehmann und Louisa Dellert ans Herz legen. In einer Folge sprechen sie auch über Zootiere. Den Podcast gibt es z. B. bei Spotify. Auch bei PETA oder anderen Organisationen könnt ihr euch über die traurige Realität von Zootieren informieren. Oder schaut gerne mal in dieses Video.

Geht ihr noch in Zoos?

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